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Mittwoch, 25. April 2012
Wenn man sprechen tut
olaweintraub, 11:25h
…nein, nein. Entschuldigung. Es muss heißen: Wenn man spricht, tut man etwas. Sprechen ist Handeln, weil Sprache Realität schafft. Ich muss nur ein Ding lang genug „Birne“ nennen und dies oft genug tun, damit es dann auch zu einer „Birne“ wird – ob es dabei bei einer Frucht bleibt oder nicht, ist ganz unerheblich.
Wir können uns also sicherlich darauf einigen: Sprechen ist Handeln (Gegenkommentare sind übrigens mehr als willkommen).
Sei es nun ein Versprechen, ein Versprecher oder ein Ja oder ein Nein. Selbst ein Vielleicht ist eine Handlung. Wenn, wie wir spätestens seit der Unendlichen Geschichte wissen, Freiheit Verantwortung bedeutet („Tu, was Du willst“ = Sei Dir bewusst, dass all Dein Tun Konsequenzen hat) bekommen Worte ein neues Gewicht. Möglicherweise wiegen sie nicht unbedingt schwerer (schließlich ist der Autor tot – der Empfänger bestimmt den Inhalt der Botschaft), ganz sicher aber muss mindestens die Maßeinheit angepasst werden.
Alle Freiheit, die es zu haben gibt, liegt also im Reich des verantwortlichen Handelns. Wittgenstein sagt, schon das Aussprechen Deines Namens auf der Straße verpflichtet Dich. Recht hat er. Das tut es. Du bist verpflichtet zu handeln. Zu reagieren. Oder eben nicht. Verpflichtung sogar abseits von Moral. Es ist viel direkter, impulsiver. Unberührt bleibst Du nämlich in keinem Fall. Der Mensch, der Deinen Namen sagt schafft eine Situation auf die es zu reagieren gilt - meist tun Menschen das via Autopilot. Eine Entscheidung muss her, sagt der und entscheidet sich in guter alter Autopilotenmanier für den Weg des geringsten Widerstands. Surprising, isn't it. So unbewusst diese Prozesse auch ablaufen mögen – sie sind da und sie bestimmen unser alltäglichstes Leben: Das Miteinander.
Wenn wir mit einander sind, sind wir verpflichtet, tragen Verantwortung und sollten versuchen so bewusst zu bleiben, wie es uns eben möglich ist. Nicht nur, weil es "richtig" ist, sondern, weil wir nur so freie Entscheidungen treffen können. Bei aller Liebe für Eigenverantwortung ist das etwas, von dem wir uns nicht abwenden können. In dem Moment, in dem ich meine Hand auf das Herz eines anderen Menschen lege, sein Gesicht berühre, übernehme ich die Verantwortung dafür, dass meine Handlung Konsequenzen hat. Bin bereit sie zu tragen. Nur darin liegt die Freiheit. Eine, zwei, fünfzehn freie Entscheidungen zu treffen (wir erinnern uns: Es gibt keine Zufälle, es gibt nur Entscheidungen). In Amerika sagt man scherzhaft: Don’t do the crime, if you can’t do the time. Too right, I say.
Für ein gutes, freies und liebevolles Leben gibt es, am Michael Ende nur ein Rezept: „Tu, was Du willst.“
Harry G. Frankfurt, mein Lieblingsphilosoph – dass der Typ noch kein Rockstar ist, ist mir ein Rätsel – sagt Moral ja, aber auch nein. Sie ist wichtig und sicherlich nicht einfach vom Tisch zu wischen, aber wir machen uns etwas vor, wenn wir denken, dass sie die einzige handlungstragende Motivation für unser Handeln sei. Nein, er sagt, es ist etwas ganz anderes: Handlungstragend sind unsere Wünsche. Da er sich laaaange mit dem Wünschen beschäftigt hat - denn leider lebt auch er schon in Zeiten, in denen das Wünschen schon lange nicht mehr hilft - gäbe es dazu eine ganze Menge zu sagen. Gehen wir aber mal nur so weit: Wir können uns allerhand wünschen UND wir können uns wünschen, uns allerhand (anderes) zu wünschen. Wichtig ist und bleibt aber nur eins: Was bedeutet uns etwas? Wofür wollen wir Sorge tragen? Für welchen Wunsch? Daraus, so Frankfurt in a nutshell, speist sich unsere Identität (ich weiß, da ist es wieder, das böse Wort mit I). The mother of all brainfucks. Aber wir brauchen sie. Sonst heißt es Psychose-City. Um uns also in einem Stück zu halten, benötigen wir Wünsche. Im Miteinander, das an sich auch schon nicht ganz unwichtig ist, benötigen wir verantwortliches Handeln. Und Sprache. Nur, wenn wir tun, was wir wollen, können wir frei sein ohne unseren Wohnort nach P-Town zu verlegen.
Also, Freunde der Liebe, prüft es: Wie frei seid ihr? Könnt ihr von euch behaupten, dass tut, was ihr wollt? Ich hoffe inständig, dass ihr dazu Ja sagen könnt. Wünsche es euch. Wünsche es uns allen. Wünsche es mir. Stellt Euch vor es ist Liebe und alle sind dabei!
Wir können uns also sicherlich darauf einigen: Sprechen ist Handeln (Gegenkommentare sind übrigens mehr als willkommen).
Sei es nun ein Versprechen, ein Versprecher oder ein Ja oder ein Nein. Selbst ein Vielleicht ist eine Handlung. Wenn, wie wir spätestens seit der Unendlichen Geschichte wissen, Freiheit Verantwortung bedeutet („Tu, was Du willst“ = Sei Dir bewusst, dass all Dein Tun Konsequenzen hat) bekommen Worte ein neues Gewicht. Möglicherweise wiegen sie nicht unbedingt schwerer (schließlich ist der Autor tot – der Empfänger bestimmt den Inhalt der Botschaft), ganz sicher aber muss mindestens die Maßeinheit angepasst werden.
Alle Freiheit, die es zu haben gibt, liegt also im Reich des verantwortlichen Handelns. Wittgenstein sagt, schon das Aussprechen Deines Namens auf der Straße verpflichtet Dich. Recht hat er. Das tut es. Du bist verpflichtet zu handeln. Zu reagieren. Oder eben nicht. Verpflichtung sogar abseits von Moral. Es ist viel direkter, impulsiver. Unberührt bleibst Du nämlich in keinem Fall. Der Mensch, der Deinen Namen sagt schafft eine Situation auf die es zu reagieren gilt - meist tun Menschen das via Autopilot. Eine Entscheidung muss her, sagt der und entscheidet sich in guter alter Autopilotenmanier für den Weg des geringsten Widerstands. Surprising, isn't it. So unbewusst diese Prozesse auch ablaufen mögen – sie sind da und sie bestimmen unser alltäglichstes Leben: Das Miteinander.
Wenn wir mit einander sind, sind wir verpflichtet, tragen Verantwortung und sollten versuchen so bewusst zu bleiben, wie es uns eben möglich ist. Nicht nur, weil es "richtig" ist, sondern, weil wir nur so freie Entscheidungen treffen können. Bei aller Liebe für Eigenverantwortung ist das etwas, von dem wir uns nicht abwenden können. In dem Moment, in dem ich meine Hand auf das Herz eines anderen Menschen lege, sein Gesicht berühre, übernehme ich die Verantwortung dafür, dass meine Handlung Konsequenzen hat. Bin bereit sie zu tragen. Nur darin liegt die Freiheit. Eine, zwei, fünfzehn freie Entscheidungen zu treffen (wir erinnern uns: Es gibt keine Zufälle, es gibt nur Entscheidungen). In Amerika sagt man scherzhaft: Don’t do the crime, if you can’t do the time. Too right, I say.
Für ein gutes, freies und liebevolles Leben gibt es, am Michael Ende nur ein Rezept: „Tu, was Du willst.“
Harry G. Frankfurt, mein Lieblingsphilosoph – dass der Typ noch kein Rockstar ist, ist mir ein Rätsel – sagt Moral ja, aber auch nein. Sie ist wichtig und sicherlich nicht einfach vom Tisch zu wischen, aber wir machen uns etwas vor, wenn wir denken, dass sie die einzige handlungstragende Motivation für unser Handeln sei. Nein, er sagt, es ist etwas ganz anderes: Handlungstragend sind unsere Wünsche. Da er sich laaaange mit dem Wünschen beschäftigt hat - denn leider lebt auch er schon in Zeiten, in denen das Wünschen schon lange nicht mehr hilft - gäbe es dazu eine ganze Menge zu sagen. Gehen wir aber mal nur so weit: Wir können uns allerhand wünschen UND wir können uns wünschen, uns allerhand (anderes) zu wünschen. Wichtig ist und bleibt aber nur eins: Was bedeutet uns etwas? Wofür wollen wir Sorge tragen? Für welchen Wunsch? Daraus, so Frankfurt in a nutshell, speist sich unsere Identität (ich weiß, da ist es wieder, das böse Wort mit I). The mother of all brainfucks. Aber wir brauchen sie. Sonst heißt es Psychose-City. Um uns also in einem Stück zu halten, benötigen wir Wünsche. Im Miteinander, das an sich auch schon nicht ganz unwichtig ist, benötigen wir verantwortliches Handeln. Und Sprache. Nur, wenn wir tun, was wir wollen, können wir frei sein ohne unseren Wohnort nach P-Town zu verlegen.
Also, Freunde der Liebe, prüft es: Wie frei seid ihr? Könnt ihr von euch behaupten, dass tut, was ihr wollt? Ich hoffe inständig, dass ihr dazu Ja sagen könnt. Wünsche es euch. Wünsche es uns allen. Wünsche es mir. Stellt Euch vor es ist Liebe und alle sind dabei!
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