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Dienstag, 27. März 2012
Schlittern.
olaweintraub, 00:12h
Schlittern ist ein unbehaglicher Zustand. Man hat fast das Gefühl sich knapp 5 cm aus dem eigenen Körper hinauszubewegen, sich gerade noch halten zu können, plötzlich: der Schreckmoment! Es geht doch nicht! Aber dann - unweigerlich und irgendwie - haut es wieder hin und alles ist vorbei. Der peinliche, stille, kleine Ausraster rastet wieder ein und alles kann weiter seinen gewohnten Gang gehen. Auch wenn eigentlich nichts passiert ist, außer einer klitzekleinen Entgleisung, verweilt doch die Erinnerung ans Schlittern im Körper und man verliert das Vertrauen in die eigene Fähigkeit sich zu halten. Die Verzerrung will sich nicht verziehen.
Erst die nächste Situation, die einen ins Schlittern bringt und die man schafft zu meistern ohne, dass man bemerkt, entdeckt wird, kann dieses Gefühl lindern.
Ähnlich verhält es sich mit dem knappen Vorbeischlittern an einer Katastrophe. Es gibt einen Teil in einem, der nicht so recht glauben mag, dass das noch mal gut gegangen ist. Dass man nicht in eine Schlacht, einen Bombenregen geraten ist. Nicht, dass man eine Vorstellung davon hätte, wie und was genau diese befürchtet Katastrophe gewesen wäre. Am Ende, so zumindest in meiner Vorstellung, steht immer das Über-Leben. Eins, das nicht nur weiter geht, sondern besser wird. Mit dem Gefühl der Heilung so nah an der Oberfläche kann auch ein Seelenkörperchen vieles besser meistern.
Ob es wohl geht, diese Art von Heilung ohne den Schlitter-Part zu erreichen? Dieses Gefühl sich ständig auf dünnem Eis zu bewegen, der Fuß schon in der Hoffnung, dass man sich gleich wird entspannen, die Vorsicht gleich fallen lassen und sich wieder normal bewegen können. Und dann knirscht es. In den dünnen Haarrissen verliert sich ein kleiner Schimmer. Versinkt im eingeschlossenen Wasser, hat vielleicht das Glück auf eine der vielen Luftblasen zu treffen und sich darin auszubreiten.
Dieses Jahr beginnt mit Schlittern. Für viele von uns. Aber, Freunde der Liebe, vergesst Eines nicht: Bei all den Prüfungen, der Erschöpfung und der Umwälzung. All der Verzweiflung und Sehnsucht nach Erleichterung: Der Sommer kommt. Dann wird das Eis einfach schmilzen. Man kann schwimmen gehen und sich ein Eis holen. Nachts singend Fahrrad fahren, während die große Mutter schläft. Die Haare im Wind trocknen lassen und die Sonne auf der Haut riechen. Dann wird der Körper ganz von selbst vergessen haben, was es hieß zu schlittern. Genau deshalb ist es ja jedesmal wieder so ein Schock.
Erst die nächste Situation, die einen ins Schlittern bringt und die man schafft zu meistern ohne, dass man bemerkt, entdeckt wird, kann dieses Gefühl lindern.
Ähnlich verhält es sich mit dem knappen Vorbeischlittern an einer Katastrophe. Es gibt einen Teil in einem, der nicht so recht glauben mag, dass das noch mal gut gegangen ist. Dass man nicht in eine Schlacht, einen Bombenregen geraten ist. Nicht, dass man eine Vorstellung davon hätte, wie und was genau diese befürchtet Katastrophe gewesen wäre. Am Ende, so zumindest in meiner Vorstellung, steht immer das Über-Leben. Eins, das nicht nur weiter geht, sondern besser wird. Mit dem Gefühl der Heilung so nah an der Oberfläche kann auch ein Seelenkörperchen vieles besser meistern.
Ob es wohl geht, diese Art von Heilung ohne den Schlitter-Part zu erreichen? Dieses Gefühl sich ständig auf dünnem Eis zu bewegen, der Fuß schon in der Hoffnung, dass man sich gleich wird entspannen, die Vorsicht gleich fallen lassen und sich wieder normal bewegen können. Und dann knirscht es. In den dünnen Haarrissen verliert sich ein kleiner Schimmer. Versinkt im eingeschlossenen Wasser, hat vielleicht das Glück auf eine der vielen Luftblasen zu treffen und sich darin auszubreiten.
Dieses Jahr beginnt mit Schlittern. Für viele von uns. Aber, Freunde der Liebe, vergesst Eines nicht: Bei all den Prüfungen, der Erschöpfung und der Umwälzung. All der Verzweiflung und Sehnsucht nach Erleichterung: Der Sommer kommt. Dann wird das Eis einfach schmilzen. Man kann schwimmen gehen und sich ein Eis holen. Nachts singend Fahrrad fahren, während die große Mutter schläft. Die Haare im Wind trocknen lassen und die Sonne auf der Haut riechen. Dann wird der Körper ganz von selbst vergessen haben, was es hieß zu schlittern. Genau deshalb ist es ja jedesmal wieder so ein Schock.
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