... newer stories
Mittwoch, 21. März 2012
Auf zur Tat!
olaweintraub, 21:10h
Aus mir teilweise unbegreiflichen Gründen, finden wir Ruhe in der Produktivität. Dem will ich mich hier einmal widmen, denn das Thema begegnet mir derzeit häufig von selbst, teilweise assoziiere ich es in Dinge hinein. It is making ist presence known, in any case.
Wir stellen uns vor: SNAFU – also alles, wie immer. Dinge laufen nicht rund. Gar nicht. Sie sind quasi so eckig, wie etwas nur eckig sein kann. Schwer und unbeugsam. Auf extrem beängstigende Weise. Ob existenziell im ganz realen Sinne oder existenziell im emotionalen – wieviel Unterschied macht das dem Herzen? Meine Theorie: Letztlich gar keinen.
Vieles in der Welt ist dazu in der Lage unsere Existenz zu bedrohen. Das Geld. Die Liebe. Die Angst. Das Gefangensein. Die Hoffnungslosigkeit. All das mag in verschiedenen Gewändern daher kommen. Eines haben all diese Bedrohungen aber gemein. Sie sind interessanterweise nur damit (aber eben vermeintlich „nur“ damit) zu überkommen, sie zu handlungsantreibenden Motiven umzumünzen. Der Sinnstifter, wie es ein Freund kürzlich nannte, macht sich feucht fröhlich ans Werk. Er säuselt dir so lieblich ins Ohr, schreit dich an wie ein Drill-Sergeant oder nutzt eben die Sprache die du verstehst, um dir eins zu sagen: MACH WAS!
Hm. Machen. Etwas. Etwas Machen. Wir lernen jemanden kennen und fragen….na, was? Was machst du? Ich bin, was ich mache. Das ist ein Moment, in dem ich gerne in ein richtig lautes Horn pusten würde, um zu signalisieren: FAAAAAAALSCH! Du bist, was du bist. Und du machst, was du machst. Der Unterschied ist weder fein noch klein.
Es ist ein Unding der protestantisch geprägten Welt, zu meinen, man komme den Bedrohungen bei, indem man etwas tut. Das einzige, dem man damit beikommen kann, ist der inneren Panik. Der ganze Aktionismus. All das: Ich muss das jetzt durchziehen. Ich muss mich nur ganz dem Machen widmen, alles tun, was ich kann, dann MUSS es klappen. Es stimmt nicht. Leider. Das einzige was wirklich passiert, ist, dass wir unserem eigenen Ablenkungsmanöver auf den Leim gehen. Wir füllen uns die Zeit, die nunmal vergehen muss, bis die Dinge sich wieder beruhigen, legen, setzen, entschärfen, bewegen, finden. Alles fällt an seinen Platz. Immer. Unweigerlich. Und meistens, fast ganz ohne unser Zutun. Das aber, ist natürlich viel zu bedrohlich. Denn es bedeutet, dass wir keine Kontrolle über unser Leben haben. So, wie wir keine Kontrolle über das Wetter haben. Das hat uns aber auch noch nie davon abgehalten, es persönlich zu nehmen.
Was tun wir also, wenn wir in Bedrängnis geraten? Nicht das, was viele Tiere schön längst für sich entdeckt haben: Totstellen. Verharren.
Als Prämisse (die vielleicht kalt und grausam ist, das macht sie aber nicht weniger wahr) muss ich setzen, dass das Leben immer recht hat. Egal was wir tun. Oder eben nicht tun. Ich wiederhole es gerne noch einmal: Das Leben hat immer recht. Fair? Uninteressant. Womit hab ich das verdient? Falsche Frage. Es ist, was es ist (Oder präziser: Es wird, was es wird). Wir wollen das aber nicht wissen. Den Gedanken, dass wir etwas tun können, um aufzuhören Menschen zu sein (denn das steht ganz am Ende, des Herunterbrechens jeder Situation auf ihren Urgrund), stelle ich mir wie ein zufrieden schmatzendes Baby vor. Ich habe dieses Bild schon oft bemüht. Ich weiß. Es ist für mich sehr aussagekräftig. Dieses Baby schmatzt nämlich nicht, weil es endlich satt ist und sich wieder normal fühlt nach einer Welt des Hungers. Das Baby, das ich mir vorstelle, schmatzt schon fast obszön. Weil es nicht geschrien hat aus Angst oder Hunger, sondern, weil es gelernt hat, was es tun muss um zu bekommen was es will. Just for the sake of it. Es hat etwas Ekliges an sich. Dieses Schmatzen.
Wenn wir also in Aktionismus verfallen, uns endlich wohl fühlen, weil wir etwas getan haben, um unsere Situation zu ändern, schmatzen wir. Wir waschen unsere Weste rein. Schließlich haben wir ja alles getan. Opfer gebracht. Uns selbst zerstört. Andere vielleicht auch. {Herzensdinge aufegegeben, vernachlässigt: Hätte ich doch nur mehr Zeit mit meiner Frau / meinem Mann / meinen Kindern / meinen Eltern / meinen Freunden verbracht...das sind Sätze, die an Enden von Ehen, Karrieren, Leben außerhalb von Gefängnissen und auch Leben im Allgemeinen stehen. Hm, Puzzler!}
Dafür haben wir ja wohl auch eine Belohnung verdient. Das wird ja wohl nicht zuviel verlangt sein. Pah! Als stehe das Leben unter irgendeiner Art von Zugzwang oder Verpflichtung uns gegenüber allein ob unserer Existenz.
Natürlich gibt es viele Situationen im Leben, in denen es gilt zu Handeln. Ganz konkrete. Auch emotionale. Sich zu kümmern. Da zu sein. Zu Stützen. Zu kreieren. Zu maintainen. Zu pflegen. Zu stürzen. Neu zu erfinden. Nein zu sagen. Ja zu sagen. Dies ist keine Streitschrift fürs Nicht-Handeln. Im Gegenteil. Es ist eine Liebesschrift für das bewusste Handeln. Das ehrliche.
Freiheit ist – und das ist nur eine Definition – die Abwesenheit von Zwang. Ich sage: Freiheit ist ein Zustand. Nicht nur, aber vor allem. Ein Gefühl. Im Innen. Nicht im Außen.
Sicherheit ist eine Illusion. Es gibt sie nicht. Egal was man tut. Egal. Sicher wird man nie sein und auch nie werden. Was es zu bekämpfen gilt ist nur teilweise das, was uns von außen bedroht. Der wahre „Feind“ lauert ganz woanders. Ihr-wisst-schon-wo.
Freunde der Liebe. Macht es euch klar: Ihr seid nicht, was ihr tut. Liebe findet man nur auf der Straße. Nichts was ihr tut, wird da draußen viel verändern. Nur da drinnen. Das ist Euer Garten. Das Innen. Zeigt ihn den Menschen, die Ihr liebt und die Euch lieben. Bei all dem Machen, vergesst die Liebe nicht. Sie ist das Einzige, was endlich hilft. Macht euch in Eurem Aktionismus nicht kaputt.
Am Ende, wenn die Bedrohung vergangen ist, wenn eine neue Phase anbricht und die Angst wieder still in der Ecke sitzt, wie es sich gehört, werdet Ihr zurückdenken an die Zeit, die hinter Euch liegt und wissen: Es war halt erst vorbei, als es vorbei war.
Das wusstet ihr auch schon als es losging. Ihr hattet es nur vergessen.
Wir stellen uns vor: SNAFU – also alles, wie immer. Dinge laufen nicht rund. Gar nicht. Sie sind quasi so eckig, wie etwas nur eckig sein kann. Schwer und unbeugsam. Auf extrem beängstigende Weise. Ob existenziell im ganz realen Sinne oder existenziell im emotionalen – wieviel Unterschied macht das dem Herzen? Meine Theorie: Letztlich gar keinen.
Vieles in der Welt ist dazu in der Lage unsere Existenz zu bedrohen. Das Geld. Die Liebe. Die Angst. Das Gefangensein. Die Hoffnungslosigkeit. All das mag in verschiedenen Gewändern daher kommen. Eines haben all diese Bedrohungen aber gemein. Sie sind interessanterweise nur damit (aber eben vermeintlich „nur“ damit) zu überkommen, sie zu handlungsantreibenden Motiven umzumünzen. Der Sinnstifter, wie es ein Freund kürzlich nannte, macht sich feucht fröhlich ans Werk. Er säuselt dir so lieblich ins Ohr, schreit dich an wie ein Drill-Sergeant oder nutzt eben die Sprache die du verstehst, um dir eins zu sagen: MACH WAS!
Hm. Machen. Etwas. Etwas Machen. Wir lernen jemanden kennen und fragen….na, was? Was machst du? Ich bin, was ich mache. Das ist ein Moment, in dem ich gerne in ein richtig lautes Horn pusten würde, um zu signalisieren: FAAAAAAALSCH! Du bist, was du bist. Und du machst, was du machst. Der Unterschied ist weder fein noch klein.
Es ist ein Unding der protestantisch geprägten Welt, zu meinen, man komme den Bedrohungen bei, indem man etwas tut. Das einzige, dem man damit beikommen kann, ist der inneren Panik. Der ganze Aktionismus. All das: Ich muss das jetzt durchziehen. Ich muss mich nur ganz dem Machen widmen, alles tun, was ich kann, dann MUSS es klappen. Es stimmt nicht. Leider. Das einzige was wirklich passiert, ist, dass wir unserem eigenen Ablenkungsmanöver auf den Leim gehen. Wir füllen uns die Zeit, die nunmal vergehen muss, bis die Dinge sich wieder beruhigen, legen, setzen, entschärfen, bewegen, finden. Alles fällt an seinen Platz. Immer. Unweigerlich. Und meistens, fast ganz ohne unser Zutun. Das aber, ist natürlich viel zu bedrohlich. Denn es bedeutet, dass wir keine Kontrolle über unser Leben haben. So, wie wir keine Kontrolle über das Wetter haben. Das hat uns aber auch noch nie davon abgehalten, es persönlich zu nehmen.
Was tun wir also, wenn wir in Bedrängnis geraten? Nicht das, was viele Tiere schön längst für sich entdeckt haben: Totstellen. Verharren.
Als Prämisse (die vielleicht kalt und grausam ist, das macht sie aber nicht weniger wahr) muss ich setzen, dass das Leben immer recht hat. Egal was wir tun. Oder eben nicht tun. Ich wiederhole es gerne noch einmal: Das Leben hat immer recht. Fair? Uninteressant. Womit hab ich das verdient? Falsche Frage. Es ist, was es ist (Oder präziser: Es wird, was es wird). Wir wollen das aber nicht wissen. Den Gedanken, dass wir etwas tun können, um aufzuhören Menschen zu sein (denn das steht ganz am Ende, des Herunterbrechens jeder Situation auf ihren Urgrund), stelle ich mir wie ein zufrieden schmatzendes Baby vor. Ich habe dieses Bild schon oft bemüht. Ich weiß. Es ist für mich sehr aussagekräftig. Dieses Baby schmatzt nämlich nicht, weil es endlich satt ist und sich wieder normal fühlt nach einer Welt des Hungers. Das Baby, das ich mir vorstelle, schmatzt schon fast obszön. Weil es nicht geschrien hat aus Angst oder Hunger, sondern, weil es gelernt hat, was es tun muss um zu bekommen was es will. Just for the sake of it. Es hat etwas Ekliges an sich. Dieses Schmatzen.
Wenn wir also in Aktionismus verfallen, uns endlich wohl fühlen, weil wir etwas getan haben, um unsere Situation zu ändern, schmatzen wir. Wir waschen unsere Weste rein. Schließlich haben wir ja alles getan. Opfer gebracht. Uns selbst zerstört. Andere vielleicht auch. {Herzensdinge aufegegeben, vernachlässigt: Hätte ich doch nur mehr Zeit mit meiner Frau / meinem Mann / meinen Kindern / meinen Eltern / meinen Freunden verbracht...das sind Sätze, die an Enden von Ehen, Karrieren, Leben außerhalb von Gefängnissen und auch Leben im Allgemeinen stehen. Hm, Puzzler!}
Dafür haben wir ja wohl auch eine Belohnung verdient. Das wird ja wohl nicht zuviel verlangt sein. Pah! Als stehe das Leben unter irgendeiner Art von Zugzwang oder Verpflichtung uns gegenüber allein ob unserer Existenz.
Natürlich gibt es viele Situationen im Leben, in denen es gilt zu Handeln. Ganz konkrete. Auch emotionale. Sich zu kümmern. Da zu sein. Zu Stützen. Zu kreieren. Zu maintainen. Zu pflegen. Zu stürzen. Neu zu erfinden. Nein zu sagen. Ja zu sagen. Dies ist keine Streitschrift fürs Nicht-Handeln. Im Gegenteil. Es ist eine Liebesschrift für das bewusste Handeln. Das ehrliche.
Freiheit ist – und das ist nur eine Definition – die Abwesenheit von Zwang. Ich sage: Freiheit ist ein Zustand. Nicht nur, aber vor allem. Ein Gefühl. Im Innen. Nicht im Außen.
Sicherheit ist eine Illusion. Es gibt sie nicht. Egal was man tut. Egal. Sicher wird man nie sein und auch nie werden. Was es zu bekämpfen gilt ist nur teilweise das, was uns von außen bedroht. Der wahre „Feind“ lauert ganz woanders. Ihr-wisst-schon-wo.
Freunde der Liebe. Macht es euch klar: Ihr seid nicht, was ihr tut. Liebe findet man nur auf der Straße. Nichts was ihr tut, wird da draußen viel verändern. Nur da drinnen. Das ist Euer Garten. Das Innen. Zeigt ihn den Menschen, die Ihr liebt und die Euch lieben. Bei all dem Machen, vergesst die Liebe nicht. Sie ist das Einzige, was endlich hilft. Macht euch in Eurem Aktionismus nicht kaputt.
Am Ende, wenn die Bedrohung vergangen ist, wenn eine neue Phase anbricht und die Angst wieder still in der Ecke sitzt, wie es sich gehört, werdet Ihr zurückdenken an die Zeit, die hinter Euch liegt und wissen: Es war halt erst vorbei, als es vorbei war.
Das wusstet ihr auch schon als es losging. Ihr hattet es nur vergessen.
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories