Donnerstag, 31. Mai 2012
The best for last
olaweintraub, 17:55h
Heute wahrscheinlich der letzte Beitrag an dieser Stelle. Wenn ich die Nachricht richtig verstanden habe, wird das hier nämlich zu gemacht - sicher bin ich aber nicht. Ab sofort auf Wordpress unter selbem Namen zu finden: Gelaber mit Glitzer. Aber ohne Einhörner.
Die Frage, die sich stellt ist doch die nach Ursache und Wirkung. Wir verursachen jede Menge Widerhall. Jeden Tag. Weißes Rauschen. Lachen. Leere. Liebe. Hass. Und all das Andere. Andauernd. Oft genug haben wir keine Möglichkeit zu erkennen, wie die Wirkung unserer Verursachung sich wenden wird. Wir wissen also nie – können nicht wissen – was wir tun. Du weißt nicht, was Du tust. Ich auch nicht. Ergo haben wir nur eine Wahl: Nach bestem Wissen und Gewissen. Damit man in den Spiegel schauen kann, wenn der Tag zu Ende geht. Damit man dem Meer nicht nur Lieder von Schmerz, sondern auch welche von Freude, Glanz und Gloria vorsingen kann. Das Meer langweilt sich schließlich sonst auch sehr schnell. Könnt Ihr das verantworten, Freunde der Liebe? Ich kann es nicht.
Das Häschen kommt langsam aus der Grube, rümpft das Näschen und fragt sich, was hier eigentlich los ist. Wache Augen schauen in diese Welt und hoppeln von einer Frage zur nächsten. Nehmen jeden Schatten mit und auch jeden Sonnenstrahl. Leben. leben. Leben.
Häschen können nur Häschen sein. Niemals Habichte. Um Gefahren wissen, darf nicht heißen sie überall zu vermuten. Das hieße dann nämlich anders: Misstrauen. Misstrauen verursacht auch etwas: Misstrauen nämlich. Bis zum Ende des Selbsterhaltungstrieb auch ein angemessenes Gefühl. Darüber hinaus nur destruktiv.
An alle Häschen: Fürchtet Euch, aber nicht zu sehr. Sonst vergesst Ihr noch den Sauerampfer – und was für ein Verlust das wäre! An alle Habichte: Entspannt Euch mal. Ihr findet schon was zu Essen. An alle anderen: Kommt zurück. Zurück zur Liebe. Zurück ins Vertrauen. Raus aus der Grube, aus dem Horst, aus dem Haus: Rein ins Leben. Kann weh tun, muss es aber nicht.
Die Frage, die sich stellt ist doch die nach Ursache und Wirkung. Wir verursachen jede Menge Widerhall. Jeden Tag. Weißes Rauschen. Lachen. Leere. Liebe. Hass. Und all das Andere. Andauernd. Oft genug haben wir keine Möglichkeit zu erkennen, wie die Wirkung unserer Verursachung sich wenden wird. Wir wissen also nie – können nicht wissen – was wir tun. Du weißt nicht, was Du tust. Ich auch nicht. Ergo haben wir nur eine Wahl: Nach bestem Wissen und Gewissen. Damit man in den Spiegel schauen kann, wenn der Tag zu Ende geht. Damit man dem Meer nicht nur Lieder von Schmerz, sondern auch welche von Freude, Glanz und Gloria vorsingen kann. Das Meer langweilt sich schließlich sonst auch sehr schnell. Könnt Ihr das verantworten, Freunde der Liebe? Ich kann es nicht.
Das Häschen kommt langsam aus der Grube, rümpft das Näschen und fragt sich, was hier eigentlich los ist. Wache Augen schauen in diese Welt und hoppeln von einer Frage zur nächsten. Nehmen jeden Schatten mit und auch jeden Sonnenstrahl. Leben. leben. Leben.
Häschen können nur Häschen sein. Niemals Habichte. Um Gefahren wissen, darf nicht heißen sie überall zu vermuten. Das hieße dann nämlich anders: Misstrauen. Misstrauen verursacht auch etwas: Misstrauen nämlich. Bis zum Ende des Selbsterhaltungstrieb auch ein angemessenes Gefühl. Darüber hinaus nur destruktiv.
An alle Häschen: Fürchtet Euch, aber nicht zu sehr. Sonst vergesst Ihr noch den Sauerampfer – und was für ein Verlust das wäre! An alle Habichte: Entspannt Euch mal. Ihr findet schon was zu Essen. An alle anderen: Kommt zurück. Zurück zur Liebe. Zurück ins Vertrauen. Raus aus der Grube, aus dem Horst, aus dem Haus: Rein ins Leben. Kann weh tun, muss es aber nicht.
... link (0 Kommentare) ... comment
Mittwoch, 23. Mai 2012
Ich ziehe um: http://thereisjoyinrepetition.wordpress.com/
olaweintraub, 13:55h
... link (0 Kommentare) ... comment
Auftauchen
olaweintraub, 12:49h
Der Moment ist da. Die Sonne bricht durch die Wasseroberfläche und tanzt über mein Gesicht, während ich die Arme nach oben strecke, noch einmal heftig mit den Beinen strample - gleich, gleich, gleich: Luft. Süße Luft. Sonne. Wärme. Raus aus der Tiefe, ab ins Licht.
Müde. Glücklich. Aufgeregt. Der Sommer kommt. Frischer Schweiß, Fahrradfahren, der Duft nach Sonne auf der Haut. Neue Abenteuer. Wiesen. Insektensummen. Grashalme zum Draufrumkauen. Die Schultern fallen. Die Füße freuen sich.
Ich bin dankbar. Mein Lieblingsgefühl, Dankbarkeit. Mir selbst. Euch allen. Um eine Erfahrung reicher, die mir die Stimme geraubt hatte. Den Schatten. Das Herz. Osmotisch kehrt das Leben in mein Blut zurück und damit meine altbekannte Zuversicht. Das ist auch gut so. So soll mein neues Lebensjahr losgehen. Morgen.
Vorbei meine Abwesenheit. Ich tauche wieder auf. Seid Ihr noch da, Freunde der Liebe? Gehen wir in den Park?
Müde. Glücklich. Aufgeregt. Der Sommer kommt. Frischer Schweiß, Fahrradfahren, der Duft nach Sonne auf der Haut. Neue Abenteuer. Wiesen. Insektensummen. Grashalme zum Draufrumkauen. Die Schultern fallen. Die Füße freuen sich.
Ich bin dankbar. Mein Lieblingsgefühl, Dankbarkeit. Mir selbst. Euch allen. Um eine Erfahrung reicher, die mir die Stimme geraubt hatte. Den Schatten. Das Herz. Osmotisch kehrt das Leben in mein Blut zurück und damit meine altbekannte Zuversicht. Das ist auch gut so. So soll mein neues Lebensjahr losgehen. Morgen.
Vorbei meine Abwesenheit. Ich tauche wieder auf. Seid Ihr noch da, Freunde der Liebe? Gehen wir in den Park?
... link (0 Kommentare) ... comment
Mittwoch, 25. April 2012
Wenn man sprechen tut
olaweintraub, 11:25h
…nein, nein. Entschuldigung. Es muss heißen: Wenn man spricht, tut man etwas. Sprechen ist Handeln, weil Sprache Realität schafft. Ich muss nur ein Ding lang genug „Birne“ nennen und dies oft genug tun, damit es dann auch zu einer „Birne“ wird – ob es dabei bei einer Frucht bleibt oder nicht, ist ganz unerheblich.
Wir können uns also sicherlich darauf einigen: Sprechen ist Handeln (Gegenkommentare sind übrigens mehr als willkommen).
Sei es nun ein Versprechen, ein Versprecher oder ein Ja oder ein Nein. Selbst ein Vielleicht ist eine Handlung. Wenn, wie wir spätestens seit der Unendlichen Geschichte wissen, Freiheit Verantwortung bedeutet („Tu, was Du willst“ = Sei Dir bewusst, dass all Dein Tun Konsequenzen hat) bekommen Worte ein neues Gewicht. Möglicherweise wiegen sie nicht unbedingt schwerer (schließlich ist der Autor tot – der Empfänger bestimmt den Inhalt der Botschaft), ganz sicher aber muss mindestens die Maßeinheit angepasst werden.
Alle Freiheit, die es zu haben gibt, liegt also im Reich des verantwortlichen Handelns. Wittgenstein sagt, schon das Aussprechen Deines Namens auf der Straße verpflichtet Dich. Recht hat er. Das tut es. Du bist verpflichtet zu handeln. Zu reagieren. Oder eben nicht. Verpflichtung sogar abseits von Moral. Es ist viel direkter, impulsiver. Unberührt bleibst Du nämlich in keinem Fall. Der Mensch, der Deinen Namen sagt schafft eine Situation auf die es zu reagieren gilt - meist tun Menschen das via Autopilot. Eine Entscheidung muss her, sagt der und entscheidet sich in guter alter Autopilotenmanier für den Weg des geringsten Widerstands. Surprising, isn't it. So unbewusst diese Prozesse auch ablaufen mögen – sie sind da und sie bestimmen unser alltäglichstes Leben: Das Miteinander.
Wenn wir mit einander sind, sind wir verpflichtet, tragen Verantwortung und sollten versuchen so bewusst zu bleiben, wie es uns eben möglich ist. Nicht nur, weil es "richtig" ist, sondern, weil wir nur so freie Entscheidungen treffen können. Bei aller Liebe für Eigenverantwortung ist das etwas, von dem wir uns nicht abwenden können. In dem Moment, in dem ich meine Hand auf das Herz eines anderen Menschen lege, sein Gesicht berühre, übernehme ich die Verantwortung dafür, dass meine Handlung Konsequenzen hat. Bin bereit sie zu tragen. Nur darin liegt die Freiheit. Eine, zwei, fünfzehn freie Entscheidungen zu treffen (wir erinnern uns: Es gibt keine Zufälle, es gibt nur Entscheidungen). In Amerika sagt man scherzhaft: Don’t do the crime, if you can’t do the time. Too right, I say.
Für ein gutes, freies und liebevolles Leben gibt es, am Michael Ende nur ein Rezept: „Tu, was Du willst.“
Harry G. Frankfurt, mein Lieblingsphilosoph – dass der Typ noch kein Rockstar ist, ist mir ein Rätsel – sagt Moral ja, aber auch nein. Sie ist wichtig und sicherlich nicht einfach vom Tisch zu wischen, aber wir machen uns etwas vor, wenn wir denken, dass sie die einzige handlungstragende Motivation für unser Handeln sei. Nein, er sagt, es ist etwas ganz anderes: Handlungstragend sind unsere Wünsche. Da er sich laaaange mit dem Wünschen beschäftigt hat - denn leider lebt auch er schon in Zeiten, in denen das Wünschen schon lange nicht mehr hilft - gäbe es dazu eine ganze Menge zu sagen. Gehen wir aber mal nur so weit: Wir können uns allerhand wünschen UND wir können uns wünschen, uns allerhand (anderes) zu wünschen. Wichtig ist und bleibt aber nur eins: Was bedeutet uns etwas? Wofür wollen wir Sorge tragen? Für welchen Wunsch? Daraus, so Frankfurt in a nutshell, speist sich unsere Identität (ich weiß, da ist es wieder, das böse Wort mit I). The mother of all brainfucks. Aber wir brauchen sie. Sonst heißt es Psychose-City. Um uns also in einem Stück zu halten, benötigen wir Wünsche. Im Miteinander, das an sich auch schon nicht ganz unwichtig ist, benötigen wir verantwortliches Handeln. Und Sprache. Nur, wenn wir tun, was wir wollen, können wir frei sein ohne unseren Wohnort nach P-Town zu verlegen.
Also, Freunde der Liebe, prüft es: Wie frei seid ihr? Könnt ihr von euch behaupten, dass tut, was ihr wollt? Ich hoffe inständig, dass ihr dazu Ja sagen könnt. Wünsche es euch. Wünsche es uns allen. Wünsche es mir. Stellt Euch vor es ist Liebe und alle sind dabei!
Wir können uns also sicherlich darauf einigen: Sprechen ist Handeln (Gegenkommentare sind übrigens mehr als willkommen).
Sei es nun ein Versprechen, ein Versprecher oder ein Ja oder ein Nein. Selbst ein Vielleicht ist eine Handlung. Wenn, wie wir spätestens seit der Unendlichen Geschichte wissen, Freiheit Verantwortung bedeutet („Tu, was Du willst“ = Sei Dir bewusst, dass all Dein Tun Konsequenzen hat) bekommen Worte ein neues Gewicht. Möglicherweise wiegen sie nicht unbedingt schwerer (schließlich ist der Autor tot – der Empfänger bestimmt den Inhalt der Botschaft), ganz sicher aber muss mindestens die Maßeinheit angepasst werden.
Alle Freiheit, die es zu haben gibt, liegt also im Reich des verantwortlichen Handelns. Wittgenstein sagt, schon das Aussprechen Deines Namens auf der Straße verpflichtet Dich. Recht hat er. Das tut es. Du bist verpflichtet zu handeln. Zu reagieren. Oder eben nicht. Verpflichtung sogar abseits von Moral. Es ist viel direkter, impulsiver. Unberührt bleibst Du nämlich in keinem Fall. Der Mensch, der Deinen Namen sagt schafft eine Situation auf die es zu reagieren gilt - meist tun Menschen das via Autopilot. Eine Entscheidung muss her, sagt der und entscheidet sich in guter alter Autopilotenmanier für den Weg des geringsten Widerstands. Surprising, isn't it. So unbewusst diese Prozesse auch ablaufen mögen – sie sind da und sie bestimmen unser alltäglichstes Leben: Das Miteinander.
Wenn wir mit einander sind, sind wir verpflichtet, tragen Verantwortung und sollten versuchen so bewusst zu bleiben, wie es uns eben möglich ist. Nicht nur, weil es "richtig" ist, sondern, weil wir nur so freie Entscheidungen treffen können. Bei aller Liebe für Eigenverantwortung ist das etwas, von dem wir uns nicht abwenden können. In dem Moment, in dem ich meine Hand auf das Herz eines anderen Menschen lege, sein Gesicht berühre, übernehme ich die Verantwortung dafür, dass meine Handlung Konsequenzen hat. Bin bereit sie zu tragen. Nur darin liegt die Freiheit. Eine, zwei, fünfzehn freie Entscheidungen zu treffen (wir erinnern uns: Es gibt keine Zufälle, es gibt nur Entscheidungen). In Amerika sagt man scherzhaft: Don’t do the crime, if you can’t do the time. Too right, I say.
Für ein gutes, freies und liebevolles Leben gibt es, am Michael Ende nur ein Rezept: „Tu, was Du willst.“
Harry G. Frankfurt, mein Lieblingsphilosoph – dass der Typ noch kein Rockstar ist, ist mir ein Rätsel – sagt Moral ja, aber auch nein. Sie ist wichtig und sicherlich nicht einfach vom Tisch zu wischen, aber wir machen uns etwas vor, wenn wir denken, dass sie die einzige handlungstragende Motivation für unser Handeln sei. Nein, er sagt, es ist etwas ganz anderes: Handlungstragend sind unsere Wünsche. Da er sich laaaange mit dem Wünschen beschäftigt hat - denn leider lebt auch er schon in Zeiten, in denen das Wünschen schon lange nicht mehr hilft - gäbe es dazu eine ganze Menge zu sagen. Gehen wir aber mal nur so weit: Wir können uns allerhand wünschen UND wir können uns wünschen, uns allerhand (anderes) zu wünschen. Wichtig ist und bleibt aber nur eins: Was bedeutet uns etwas? Wofür wollen wir Sorge tragen? Für welchen Wunsch? Daraus, so Frankfurt in a nutshell, speist sich unsere Identität (ich weiß, da ist es wieder, das böse Wort mit I). The mother of all brainfucks. Aber wir brauchen sie. Sonst heißt es Psychose-City. Um uns also in einem Stück zu halten, benötigen wir Wünsche. Im Miteinander, das an sich auch schon nicht ganz unwichtig ist, benötigen wir verantwortliches Handeln. Und Sprache. Nur, wenn wir tun, was wir wollen, können wir frei sein ohne unseren Wohnort nach P-Town zu verlegen.
Also, Freunde der Liebe, prüft es: Wie frei seid ihr? Könnt ihr von euch behaupten, dass tut, was ihr wollt? Ich hoffe inständig, dass ihr dazu Ja sagen könnt. Wünsche es euch. Wünsche es uns allen. Wünsche es mir. Stellt Euch vor es ist Liebe und alle sind dabei!
... link (0 Kommentare) ... comment
Freitag, 20. April 2012
"Once I fell in love with everything."
olaweintraub, 19:47h
Mit diesem poetischen Satz beginnt Stefan Merill Block das Buch, das ich gerade lese. Es ist wunderschön und erzählt, wie sich jemand dem Vergessen hingibt. Auch "The eternal sunshine of the spotless mind" dreht sich darum, etwas zu vergessen.
Ist es nicht interessant, dass Vergessen so etwas Poetisches hat (denn mit diesen beiden Beispielen ist es ja nicht getan - ich sage nur "blissfull oblivion" - umsonst ein Idiom? Ich glaube nicht.)?
In dem Buch, wird eine alternative Welt kreiert, in die man durch einen unscheinbaren Eingang eintritt und all seine Erinnerungen draußen lässt. Eine utopische Welt, in der nicht einmal ein Kurzzeitgedächtnis existiert. Man verliebt sich und sobald die Begegnung endet, wird von beiden vergessen, dass es so war. Vielleicht begegnen sich die beiden 15 Minuten später wieder und verlieben sich erneut. Vielleicht aber auch nicht. Auch ok.
Es hat etwas Verführerisches, dieses Vergessen. So schwer ich es finde, mir das wirklich vorzustellen, so sehr erinnert (hö hö) es mich an meinen erst gestern geteilten Traum ein Wind zu sein.
Ihr merkt es, Freunde der Liebe, die Dame sucht nach Erlösung. Ein Konzept, das mir bis vor einiger Zeit zutiefst suspekt war. Ein Gefühl, nachdem ich mich aber sehne.
Im Geiste der Liebe, des Mutes, der Entwicklung kann ich mich nur der Tatsache stellen, dass mir all meine Kohärenz, meine Contenance und Beobachtungsgabe an dieser Stelle keinen Dienst mehr leisten können. Unter anderem deshalb, weil mir 2 von 3 entglitten sind. Es ist Zeit sich geschmeidig zu machen. Sich nicht mehr gegen die Welle zu stemmen. So die Chance zu wahren darin nicht umzukommen.
Wie immer, liegt die (Er)Lösung (ja, ja, die Religion weiß es seit Jahrtausenden) im Loslassen. Los-Lassen. Wie immer, ist das selbst für Veteranen ein hochgestecktes Ziel. "Blissfull oblivion"... Eine Wunderpille. So ein Quatsch. Einhörner haben bei mir leider Hausverbot. Wie schön die Vorstellung von ihnen auch immer sein mag.
Auch wenn Vergessen (due to Menschsein) keine Option ist, will ich es dennoch (due to Personsein) üben (wollen). Und wenn nicht vergessen, dann wenigstens ein Lassen. Es-Sein-Lassen. Ver-Lassen. Liegen-Lassen. Leben-Lassen. Los-Lassen eben.
Ich erinnere mich an einen Tag in der Stadt vor einigen Jahren. Lief nach Hause. Hörte Musik. Sang vor mich hin. Mit einem Mal war ich verbunden. Mit allem. Mit allen. Verliebt in die Welt und jedes Wesen darin. Ich habe das große Glück, dass mir das immer wieder mal passiert.
Deswegen mache ich mich jetzt einfach auf die Suche. Nach dem nächsten Mal. Bin dann mal weg. Macht's gut. Und wenn wir einander vergessen, ist das vielleicht auch ok. Wer weiß schon, was in 15 Minuten passiert?
Ist es nicht interessant, dass Vergessen so etwas Poetisches hat (denn mit diesen beiden Beispielen ist es ja nicht getan - ich sage nur "blissfull oblivion" - umsonst ein Idiom? Ich glaube nicht.)?
In dem Buch, wird eine alternative Welt kreiert, in die man durch einen unscheinbaren Eingang eintritt und all seine Erinnerungen draußen lässt. Eine utopische Welt, in der nicht einmal ein Kurzzeitgedächtnis existiert. Man verliebt sich und sobald die Begegnung endet, wird von beiden vergessen, dass es so war. Vielleicht begegnen sich die beiden 15 Minuten später wieder und verlieben sich erneut. Vielleicht aber auch nicht. Auch ok.
Es hat etwas Verführerisches, dieses Vergessen. So schwer ich es finde, mir das wirklich vorzustellen, so sehr erinnert (hö hö) es mich an meinen erst gestern geteilten Traum ein Wind zu sein.
Ihr merkt es, Freunde der Liebe, die Dame sucht nach Erlösung. Ein Konzept, das mir bis vor einiger Zeit zutiefst suspekt war. Ein Gefühl, nachdem ich mich aber sehne.
Im Geiste der Liebe, des Mutes, der Entwicklung kann ich mich nur der Tatsache stellen, dass mir all meine Kohärenz, meine Contenance und Beobachtungsgabe an dieser Stelle keinen Dienst mehr leisten können. Unter anderem deshalb, weil mir 2 von 3 entglitten sind. Es ist Zeit sich geschmeidig zu machen. Sich nicht mehr gegen die Welle zu stemmen. So die Chance zu wahren darin nicht umzukommen.
Wie immer, liegt die (Er)Lösung (ja, ja, die Religion weiß es seit Jahrtausenden) im Loslassen. Los-Lassen. Wie immer, ist das selbst für Veteranen ein hochgestecktes Ziel. "Blissfull oblivion"... Eine Wunderpille. So ein Quatsch. Einhörner haben bei mir leider Hausverbot. Wie schön die Vorstellung von ihnen auch immer sein mag.
Auch wenn Vergessen (due to Menschsein) keine Option ist, will ich es dennoch (due to Personsein) üben (wollen). Und wenn nicht vergessen, dann wenigstens ein Lassen. Es-Sein-Lassen. Ver-Lassen. Liegen-Lassen. Leben-Lassen. Los-Lassen eben.
Ich erinnere mich an einen Tag in der Stadt vor einigen Jahren. Lief nach Hause. Hörte Musik. Sang vor mich hin. Mit einem Mal war ich verbunden. Mit allem. Mit allen. Verliebt in die Welt und jedes Wesen darin. Ich habe das große Glück, dass mir das immer wieder mal passiert.
Deswegen mache ich mich jetzt einfach auf die Suche. Nach dem nächsten Mal. Bin dann mal weg. Macht's gut. Und wenn wir einander vergessen, ist das vielleicht auch ok. Wer weiß schon, was in 15 Minuten passiert?
... link (0 Kommentare) ... comment
Donnerstag, 19. April 2012
Erfahrungen
olaweintraub, 23:45h
Eine meiner Lieblingsfiguren aus einem meiner Lieblingsromane sagt den Satz: "Nicht woher wir kommen bestimmt, wer wir wirklich sind, sondern wie wir mit den Dingen umgehen, die uns widerfahren."
In einem nicht minder tollen Film kommt nachdem die Protagonistin alles verloren hat - der letzte Satz aus dem Off:"Ich werde geschmeidig sein, wie der Wind."
Alles loslassen. Alles verlieren. Alles neu. Es gibt Stadtaffen, die das schön finden. Die Erfahrung an sich ist aber sehr schmerzlich, wie wir wohl alle wissen. Da ist es manchmal schwer den Mehrwert, den so etwas unweigerlich hat (je nachdem, wie man damit umgeht), im Auge zu behalten.
Aber es stimmt: Wie wir mit bestimmten (=autschie-) Erfahrungen umgehen, bestimmt einen nicht unwesentlichen Teil unserer (kotz) Identität. Wir sind dann der/die, die .... . Und das kann uns stolz machen. Oder auch nicht. Aber wir halten uns daran fest. Mit aller Macht.
Wir könnten auch sagen (um einen weiteren Film zu zitieren, der mir sehr am Herzen liegt - was ist nur heute mit mir los???) "Magie, tu was du willst." Und vielleicht wäre das oft besser.
Wir sind so in uns verhaftet, wie dritte Zähne. Krallen uns an Vorstellungen, Wünsche, Sicherheit (= das böse Wort mit E). Wäre es nicht schön, geschmeidig wie der Wind zu sein? Wenn ich es mir vorstelle - ein Wind zu sein - höre ich das Geräusch von raschelnden frischen Blättern an einem Baum, legt sich Azurblau auf meine Iris, geht mir das Herz auf und ich denke: JA!
Erleichterung macht sich breit. Wehen. Nicht sein. Nur Ziehen. Reisen. Wild. Und frei. Und unbändig.
Das, Freunde der Liebe, wünsche ich mir und uns allen. In dem Wissen, dass es wahrscheinlich nicht gelingen wird. In dem Wissen, dass ich aber auch die bin, die nie aufhören wird, das zu versuchen.
Wo ein Wind entsteht ist ganz egal. Wie und wo er auf Hindernisse oder auch andere Winde stößt, wie er sich entwickelt - das macht den Unterschied zwischen einem Schirokko und einem lauen Lüftchen aus.
Glaubt an uns. Glaubt an einander. Seid windig. Seid brisig. Aber auch stürmisch. Seid endlos. Seid lau. Treibt den Regen und die Wolken vor Euch her. Seid mild. Seid schnell. Seid geschmeidig, wie es nur ein Wind sein kann. Seid. Werdet.
In einem nicht minder tollen Film kommt nachdem die Protagonistin alles verloren hat - der letzte Satz aus dem Off:"Ich werde geschmeidig sein, wie der Wind."
Alles loslassen. Alles verlieren. Alles neu. Es gibt Stadtaffen, die das schön finden. Die Erfahrung an sich ist aber sehr schmerzlich, wie wir wohl alle wissen. Da ist es manchmal schwer den Mehrwert, den so etwas unweigerlich hat (je nachdem, wie man damit umgeht), im Auge zu behalten.
Aber es stimmt: Wie wir mit bestimmten (=autschie-) Erfahrungen umgehen, bestimmt einen nicht unwesentlichen Teil unserer (kotz) Identität. Wir sind dann der/die, die .... . Und das kann uns stolz machen. Oder auch nicht. Aber wir halten uns daran fest. Mit aller Macht.
Wir könnten auch sagen (um einen weiteren Film zu zitieren, der mir sehr am Herzen liegt - was ist nur heute mit mir los???) "Magie, tu was du willst." Und vielleicht wäre das oft besser.
Wir sind so in uns verhaftet, wie dritte Zähne. Krallen uns an Vorstellungen, Wünsche, Sicherheit (= das böse Wort mit E). Wäre es nicht schön, geschmeidig wie der Wind zu sein? Wenn ich es mir vorstelle - ein Wind zu sein - höre ich das Geräusch von raschelnden frischen Blättern an einem Baum, legt sich Azurblau auf meine Iris, geht mir das Herz auf und ich denke: JA!
Erleichterung macht sich breit. Wehen. Nicht sein. Nur Ziehen. Reisen. Wild. Und frei. Und unbändig.
Das, Freunde der Liebe, wünsche ich mir und uns allen. In dem Wissen, dass es wahrscheinlich nicht gelingen wird. In dem Wissen, dass ich aber auch die bin, die nie aufhören wird, das zu versuchen.
Wo ein Wind entsteht ist ganz egal. Wie und wo er auf Hindernisse oder auch andere Winde stößt, wie er sich entwickelt - das macht den Unterschied zwischen einem Schirokko und einem lauen Lüftchen aus.
Glaubt an uns. Glaubt an einander. Seid windig. Seid brisig. Aber auch stürmisch. Seid endlos. Seid lau. Treibt den Regen und die Wolken vor Euch her. Seid mild. Seid schnell. Seid geschmeidig, wie es nur ein Wind sein kann. Seid. Werdet.
... link (0 Kommentare) ... comment
Samstag, 14. April 2012
Verboten
olaweintraub, 15:03h
Dieses Jahr war bisher schon so voll an Drama, dass selbst mein analytischer Verstand es nicht wegzusortieren vermag. Egal wohin ich seit Januar schaue, ob nach Innen oder Außen, überall und in einer Tour: DRAMA.
2012 greift uns an – eine Dramainvasion hat die Menschen in meinem Umfeld ereilt (und nein, das ist nicht NUR selektive Wahrnehmung). Jeder taucht ab in seine ganz eigene Art des Wahnsinns, durch verschiedenes getriggert. Für die einen ist es das Nicht-Wissen, für die anderen das Nicht-Geliebt-Werden, wieder andere haben es mit dem Nicht-Schaffen zu tun und zuletzt – und das leider auch massiv – das Nicht-Gesund-Bleiben. Eigentlich alles ganz normale Sachen. Beziehungen gehen auseinander, Druck im Job, Existenzfragen die mal wieder anklopfen, weil sie nicht länger ignoriert werden können, unerwiderte Liebe, Krankheit: Menschsein halt. Und doch wiegt es dieses Jahr irgendwie schwerer. Eskaliert alles leichter. Zerbricht schneller.
Ich spreche deswegen hiermit ein Verbot für die kommenden 3 Monate(mit der Option auf Verlängerung) aus: Drama ist verboten. „Was? Da gibt es Drama? Da muss ich leider ablehnen. Drama ist verboten.“
Denn, Freunde der Liebe, bei aller Wertschätzung für die Entwicklung und Auseinandersetzung und Selbstbeobachtung gibt es doch zwei schlagende Argumente dafür, dem Drama den Rücken zu kehren:
1. Muss man auch mal Pause machen
2. Sollte 2012 wirklich die Welt untergehen – wollen wir dann nicht lieber all den Spaß haben, den es zu finden gibt? Wer war wann das letzte Mal auf einer Achterbahn? Oder am Meer?
Eine gute Freundin sagte einmal, dass sie gar nicht verstehe, warum Weglaufen einen so schlechten Ruf habe… Im Moment bin ich mehr als gewogen ihr beizupflichten.
Mit einer gewissen Genugtuung spüre ich schon meine Allergie hochkommen, eine unerklärliche Müdigkeit. Frühling. Freunde der Liebe, lasst uns einfach zusammen abhauen. Raus aus dem Drama. Raus aus der Schwere. Rein in den Spaß. In den Frühling. Zur Achterbahn. Zum Lachen. Mitten in den Sommer rein. Am liebsten singend auf dem Fahrrad.
2012 greift uns an – eine Dramainvasion hat die Menschen in meinem Umfeld ereilt (und nein, das ist nicht NUR selektive Wahrnehmung). Jeder taucht ab in seine ganz eigene Art des Wahnsinns, durch verschiedenes getriggert. Für die einen ist es das Nicht-Wissen, für die anderen das Nicht-Geliebt-Werden, wieder andere haben es mit dem Nicht-Schaffen zu tun und zuletzt – und das leider auch massiv – das Nicht-Gesund-Bleiben. Eigentlich alles ganz normale Sachen. Beziehungen gehen auseinander, Druck im Job, Existenzfragen die mal wieder anklopfen, weil sie nicht länger ignoriert werden können, unerwiderte Liebe, Krankheit: Menschsein halt. Und doch wiegt es dieses Jahr irgendwie schwerer. Eskaliert alles leichter. Zerbricht schneller.
Ich spreche deswegen hiermit ein Verbot für die kommenden 3 Monate(mit der Option auf Verlängerung) aus: Drama ist verboten. „Was? Da gibt es Drama? Da muss ich leider ablehnen. Drama ist verboten.“
Denn, Freunde der Liebe, bei aller Wertschätzung für die Entwicklung und Auseinandersetzung und Selbstbeobachtung gibt es doch zwei schlagende Argumente dafür, dem Drama den Rücken zu kehren:
1. Muss man auch mal Pause machen
2. Sollte 2012 wirklich die Welt untergehen – wollen wir dann nicht lieber all den Spaß haben, den es zu finden gibt? Wer war wann das letzte Mal auf einer Achterbahn? Oder am Meer?
Eine gute Freundin sagte einmal, dass sie gar nicht verstehe, warum Weglaufen einen so schlechten Ruf habe… Im Moment bin ich mehr als gewogen ihr beizupflichten.
Mit einer gewissen Genugtuung spüre ich schon meine Allergie hochkommen, eine unerklärliche Müdigkeit. Frühling. Freunde der Liebe, lasst uns einfach zusammen abhauen. Raus aus dem Drama. Raus aus der Schwere. Rein in den Spaß. In den Frühling. Zur Achterbahn. Zum Lachen. Mitten in den Sommer rein. Am liebsten singend auf dem Fahrrad.
... link (0 Kommentare) ... comment
Sonntag, 1. April 2012
Angst und Liebe - eine diammetrale Beziehung
olaweintraub, 15:32h
Hatte ich nicht letztens erst gesagt, es wird bald Sommer? Freunde der Liebe, heute fällt es mir schwer daran zu glauben. Auch wenn ich weiß, dass auch das sich wieder ändern wird – schließlich ist nichts, alles wird – ist Vertrauen etwas, das mir der Stein, dem ich der Sysiphos bin. Noch. Oder wieder.
Krise kann uns erinnern. Erinnern daran, dass bei allem Denken, Verstehen und Analysieren doch das Fühlen letztlich die Oberhand behält. Dass es Gefilde in uns gibt, in die wir abtauchen ganz gegen unseren eigenen Willen. Wir verbringen viel Zeit damit uns Konstrukte zu errichten, Gedankengebäude die wir dekorieren, ausbauen und verschönern, die uns vor der Ungewissheit und dem Unbehagen schützen sollen. Auch in diesen Gebäuden steht er: Der Raum der Blindheit.
Wir sind so beschäftigt damit die wohl eingerichteten Räume unseres Gebäudes zu hegen und zu pflegen, dass wir vergessen. Dass es einen inneren Raum gibt, der (je nach Weltsicht) zurecht unbesichtigt bleibt. Das Problem entsteht dann, wenn wir plötzlich in diesen Raum hineingedrängt werden und uns selbst darin einsperren. Da viele, wenn nicht fast alle Menschen, sich vor dem Ungewissen fürchten, ist dieser Raum ein unliebsamer Ort. Wieviele Untaten sind wohl schon begangen worden, nur um sich mit diesem Raum, seiner bloßen Existenz, seinem Inhalt nicht beschäftigen zu müssen? Sich den Schmerz nicht spüren zu lassen?
Mein Raum und ich kommen uns gerade näher. Ich bin dorthin begleitet worden, habe die Tür dann geöffnet und selbst hinter mir geschlossen. Nun stehe ich – wie ich es mir vorstelle – in einem Ballsaal aus Schmerz und Angst und Trauer. Wie ich damit umgehen soll? Keine Ahnung. Täglich, nehme ich an.
Bei all der Dunkelheit sehe ich doch einen Glimmer in den noch dunklen Spiegeln. Sehe etwas funkeln und hoffe, es ist Erkenntnis. Hoffe es ist Liebe. Hoffe es ist das Aufgeben. Das sich in den Strom gleiten lassen. Hoffe er wird größer, dieser Glimmer. Wenn ich Glück habe, steht das Aufgeben am Ende dieses Raumes und umarmt mich, sobald ich ihn durchschritten habe. Wenn ich den Lichtschalter gefunden habe auf dem steht „was es zu lernen galt“.
Wie viele von uns, sehne auch ich mich danach weniger Angst zu haben. Viel zu leben und wenig zu fürchten. Alles gehen lassen zu können. Oft kann ich das auch. Ab und an tritt dann aber etwas in mein Leben, bei dem ich entgleise. Weil es so wichtig ist, so groß scheint, dass ich Angst bekomme. Und das ist nicht die Angst vor dem Sprung vom 3 Meter Brett. Sie sitzt tiefer. Ist unheimlich und übermenschengroß. Im Moment, in dem man eine solche Angst bestätigt sieht, ist es schwer der Realität nur noch einen Funken Aufmerksamkeit zu schenken. Die Bedrohung ist plötzlich überall.
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich geschrieben, mutet Euch Euch selbst und anderen zu. Auch ich habe das versucht. Ängstlich, wie ich nun feststellen muss, aber doch. Ich habe versucht meine Angst zu lindern. Im Außen. Ist schiefgegangen. Quelle surprise. Das ist einer dieser Momente, in dem Wissen leider so gar nicht helfen will.
Es kehrt also nun die Stille nach dem Sturm sich um mein Haus. Es ist unbehaglich. Und das sehr. Ich werde versuchen mich zu halten und aufzuwärmen. Werde versuchen mutiger zu sein. Zuversichtlich und fest. Und fließend. Üben.
Demut.
Dankbarkeit.
Milde.
Krise kann uns erinnern. Erinnern daran, dass bei allem Denken, Verstehen und Analysieren doch das Fühlen letztlich die Oberhand behält. Dass es Gefilde in uns gibt, in die wir abtauchen ganz gegen unseren eigenen Willen. Wir verbringen viel Zeit damit uns Konstrukte zu errichten, Gedankengebäude die wir dekorieren, ausbauen und verschönern, die uns vor der Ungewissheit und dem Unbehagen schützen sollen. Auch in diesen Gebäuden steht er: Der Raum der Blindheit.
Wir sind so beschäftigt damit die wohl eingerichteten Räume unseres Gebäudes zu hegen und zu pflegen, dass wir vergessen. Dass es einen inneren Raum gibt, der (je nach Weltsicht) zurecht unbesichtigt bleibt. Das Problem entsteht dann, wenn wir plötzlich in diesen Raum hineingedrängt werden und uns selbst darin einsperren. Da viele, wenn nicht fast alle Menschen, sich vor dem Ungewissen fürchten, ist dieser Raum ein unliebsamer Ort. Wieviele Untaten sind wohl schon begangen worden, nur um sich mit diesem Raum, seiner bloßen Existenz, seinem Inhalt nicht beschäftigen zu müssen? Sich den Schmerz nicht spüren zu lassen?
Mein Raum und ich kommen uns gerade näher. Ich bin dorthin begleitet worden, habe die Tür dann geöffnet und selbst hinter mir geschlossen. Nun stehe ich – wie ich es mir vorstelle – in einem Ballsaal aus Schmerz und Angst und Trauer. Wie ich damit umgehen soll? Keine Ahnung. Täglich, nehme ich an.
Bei all der Dunkelheit sehe ich doch einen Glimmer in den noch dunklen Spiegeln. Sehe etwas funkeln und hoffe, es ist Erkenntnis. Hoffe es ist Liebe. Hoffe es ist das Aufgeben. Das sich in den Strom gleiten lassen. Hoffe er wird größer, dieser Glimmer. Wenn ich Glück habe, steht das Aufgeben am Ende dieses Raumes und umarmt mich, sobald ich ihn durchschritten habe. Wenn ich den Lichtschalter gefunden habe auf dem steht „was es zu lernen galt“.
Wie viele von uns, sehne auch ich mich danach weniger Angst zu haben. Viel zu leben und wenig zu fürchten. Alles gehen lassen zu können. Oft kann ich das auch. Ab und an tritt dann aber etwas in mein Leben, bei dem ich entgleise. Weil es so wichtig ist, so groß scheint, dass ich Angst bekomme. Und das ist nicht die Angst vor dem Sprung vom 3 Meter Brett. Sie sitzt tiefer. Ist unheimlich und übermenschengroß. Im Moment, in dem man eine solche Angst bestätigt sieht, ist es schwer der Realität nur noch einen Funken Aufmerksamkeit zu schenken. Die Bedrohung ist plötzlich überall.
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich geschrieben, mutet Euch Euch selbst und anderen zu. Auch ich habe das versucht. Ängstlich, wie ich nun feststellen muss, aber doch. Ich habe versucht meine Angst zu lindern. Im Außen. Ist schiefgegangen. Quelle surprise. Das ist einer dieser Momente, in dem Wissen leider so gar nicht helfen will.
Es kehrt also nun die Stille nach dem Sturm sich um mein Haus. Es ist unbehaglich. Und das sehr. Ich werde versuchen mich zu halten und aufzuwärmen. Werde versuchen mutiger zu sein. Zuversichtlich und fest. Und fließend. Üben.
Demut.
Dankbarkeit.
Milde.
... link (0 Kommentare) ... comment
Dienstag, 27. März 2012
Schlittern.
olaweintraub, 00:12h
Schlittern ist ein unbehaglicher Zustand. Man hat fast das Gefühl sich knapp 5 cm aus dem eigenen Körper hinauszubewegen, sich gerade noch halten zu können, plötzlich: der Schreckmoment! Es geht doch nicht! Aber dann - unweigerlich und irgendwie - haut es wieder hin und alles ist vorbei. Der peinliche, stille, kleine Ausraster rastet wieder ein und alles kann weiter seinen gewohnten Gang gehen. Auch wenn eigentlich nichts passiert ist, außer einer klitzekleinen Entgleisung, verweilt doch die Erinnerung ans Schlittern im Körper und man verliert das Vertrauen in die eigene Fähigkeit sich zu halten. Die Verzerrung will sich nicht verziehen.
Erst die nächste Situation, die einen ins Schlittern bringt und die man schafft zu meistern ohne, dass man bemerkt, entdeckt wird, kann dieses Gefühl lindern.
Ähnlich verhält es sich mit dem knappen Vorbeischlittern an einer Katastrophe. Es gibt einen Teil in einem, der nicht so recht glauben mag, dass das noch mal gut gegangen ist. Dass man nicht in eine Schlacht, einen Bombenregen geraten ist. Nicht, dass man eine Vorstellung davon hätte, wie und was genau diese befürchtet Katastrophe gewesen wäre. Am Ende, so zumindest in meiner Vorstellung, steht immer das Über-Leben. Eins, das nicht nur weiter geht, sondern besser wird. Mit dem Gefühl der Heilung so nah an der Oberfläche kann auch ein Seelenkörperchen vieles besser meistern.
Ob es wohl geht, diese Art von Heilung ohne den Schlitter-Part zu erreichen? Dieses Gefühl sich ständig auf dünnem Eis zu bewegen, der Fuß schon in der Hoffnung, dass man sich gleich wird entspannen, die Vorsicht gleich fallen lassen und sich wieder normal bewegen können. Und dann knirscht es. In den dünnen Haarrissen verliert sich ein kleiner Schimmer. Versinkt im eingeschlossenen Wasser, hat vielleicht das Glück auf eine der vielen Luftblasen zu treffen und sich darin auszubreiten.
Dieses Jahr beginnt mit Schlittern. Für viele von uns. Aber, Freunde der Liebe, vergesst Eines nicht: Bei all den Prüfungen, der Erschöpfung und der Umwälzung. All der Verzweiflung und Sehnsucht nach Erleichterung: Der Sommer kommt. Dann wird das Eis einfach schmilzen. Man kann schwimmen gehen und sich ein Eis holen. Nachts singend Fahrrad fahren, während die große Mutter schläft. Die Haare im Wind trocknen lassen und die Sonne auf der Haut riechen. Dann wird der Körper ganz von selbst vergessen haben, was es hieß zu schlittern. Genau deshalb ist es ja jedesmal wieder so ein Schock.
Erst die nächste Situation, die einen ins Schlittern bringt und die man schafft zu meistern ohne, dass man bemerkt, entdeckt wird, kann dieses Gefühl lindern.
Ähnlich verhält es sich mit dem knappen Vorbeischlittern an einer Katastrophe. Es gibt einen Teil in einem, der nicht so recht glauben mag, dass das noch mal gut gegangen ist. Dass man nicht in eine Schlacht, einen Bombenregen geraten ist. Nicht, dass man eine Vorstellung davon hätte, wie und was genau diese befürchtet Katastrophe gewesen wäre. Am Ende, so zumindest in meiner Vorstellung, steht immer das Über-Leben. Eins, das nicht nur weiter geht, sondern besser wird. Mit dem Gefühl der Heilung so nah an der Oberfläche kann auch ein Seelenkörperchen vieles besser meistern.
Ob es wohl geht, diese Art von Heilung ohne den Schlitter-Part zu erreichen? Dieses Gefühl sich ständig auf dünnem Eis zu bewegen, der Fuß schon in der Hoffnung, dass man sich gleich wird entspannen, die Vorsicht gleich fallen lassen und sich wieder normal bewegen können. Und dann knirscht es. In den dünnen Haarrissen verliert sich ein kleiner Schimmer. Versinkt im eingeschlossenen Wasser, hat vielleicht das Glück auf eine der vielen Luftblasen zu treffen und sich darin auszubreiten.
Dieses Jahr beginnt mit Schlittern. Für viele von uns. Aber, Freunde der Liebe, vergesst Eines nicht: Bei all den Prüfungen, der Erschöpfung und der Umwälzung. All der Verzweiflung und Sehnsucht nach Erleichterung: Der Sommer kommt. Dann wird das Eis einfach schmilzen. Man kann schwimmen gehen und sich ein Eis holen. Nachts singend Fahrrad fahren, während die große Mutter schläft. Die Haare im Wind trocknen lassen und die Sonne auf der Haut riechen. Dann wird der Körper ganz von selbst vergessen haben, was es hieß zu schlittern. Genau deshalb ist es ja jedesmal wieder so ein Schock.
... link (0 Kommentare) ... comment
Mittwoch, 21. März 2012
Auf zur Tat!
olaweintraub, 21:10h
Aus mir teilweise unbegreiflichen Gründen, finden wir Ruhe in der Produktivität. Dem will ich mich hier einmal widmen, denn das Thema begegnet mir derzeit häufig von selbst, teilweise assoziiere ich es in Dinge hinein. It is making ist presence known, in any case.
Wir stellen uns vor: SNAFU – also alles, wie immer. Dinge laufen nicht rund. Gar nicht. Sie sind quasi so eckig, wie etwas nur eckig sein kann. Schwer und unbeugsam. Auf extrem beängstigende Weise. Ob existenziell im ganz realen Sinne oder existenziell im emotionalen – wieviel Unterschied macht das dem Herzen? Meine Theorie: Letztlich gar keinen.
Vieles in der Welt ist dazu in der Lage unsere Existenz zu bedrohen. Das Geld. Die Liebe. Die Angst. Das Gefangensein. Die Hoffnungslosigkeit. All das mag in verschiedenen Gewändern daher kommen. Eines haben all diese Bedrohungen aber gemein. Sie sind interessanterweise nur damit (aber eben vermeintlich „nur“ damit) zu überkommen, sie zu handlungsantreibenden Motiven umzumünzen. Der Sinnstifter, wie es ein Freund kürzlich nannte, macht sich feucht fröhlich ans Werk. Er säuselt dir so lieblich ins Ohr, schreit dich an wie ein Drill-Sergeant oder nutzt eben die Sprache die du verstehst, um dir eins zu sagen: MACH WAS!
Hm. Machen. Etwas. Etwas Machen. Wir lernen jemanden kennen und fragen….na, was? Was machst du? Ich bin, was ich mache. Das ist ein Moment, in dem ich gerne in ein richtig lautes Horn pusten würde, um zu signalisieren: FAAAAAAALSCH! Du bist, was du bist. Und du machst, was du machst. Der Unterschied ist weder fein noch klein.
Es ist ein Unding der protestantisch geprägten Welt, zu meinen, man komme den Bedrohungen bei, indem man etwas tut. Das einzige, dem man damit beikommen kann, ist der inneren Panik. Der ganze Aktionismus. All das: Ich muss das jetzt durchziehen. Ich muss mich nur ganz dem Machen widmen, alles tun, was ich kann, dann MUSS es klappen. Es stimmt nicht. Leider. Das einzige was wirklich passiert, ist, dass wir unserem eigenen Ablenkungsmanöver auf den Leim gehen. Wir füllen uns die Zeit, die nunmal vergehen muss, bis die Dinge sich wieder beruhigen, legen, setzen, entschärfen, bewegen, finden. Alles fällt an seinen Platz. Immer. Unweigerlich. Und meistens, fast ganz ohne unser Zutun. Das aber, ist natürlich viel zu bedrohlich. Denn es bedeutet, dass wir keine Kontrolle über unser Leben haben. So, wie wir keine Kontrolle über das Wetter haben. Das hat uns aber auch noch nie davon abgehalten, es persönlich zu nehmen.
Was tun wir also, wenn wir in Bedrängnis geraten? Nicht das, was viele Tiere schön längst für sich entdeckt haben: Totstellen. Verharren.
Als Prämisse (die vielleicht kalt und grausam ist, das macht sie aber nicht weniger wahr) muss ich setzen, dass das Leben immer recht hat. Egal was wir tun. Oder eben nicht tun. Ich wiederhole es gerne noch einmal: Das Leben hat immer recht. Fair? Uninteressant. Womit hab ich das verdient? Falsche Frage. Es ist, was es ist (Oder präziser: Es wird, was es wird). Wir wollen das aber nicht wissen. Den Gedanken, dass wir etwas tun können, um aufzuhören Menschen zu sein (denn das steht ganz am Ende, des Herunterbrechens jeder Situation auf ihren Urgrund), stelle ich mir wie ein zufrieden schmatzendes Baby vor. Ich habe dieses Bild schon oft bemüht. Ich weiß. Es ist für mich sehr aussagekräftig. Dieses Baby schmatzt nämlich nicht, weil es endlich satt ist und sich wieder normal fühlt nach einer Welt des Hungers. Das Baby, das ich mir vorstelle, schmatzt schon fast obszön. Weil es nicht geschrien hat aus Angst oder Hunger, sondern, weil es gelernt hat, was es tun muss um zu bekommen was es will. Just for the sake of it. Es hat etwas Ekliges an sich. Dieses Schmatzen.
Wenn wir also in Aktionismus verfallen, uns endlich wohl fühlen, weil wir etwas getan haben, um unsere Situation zu ändern, schmatzen wir. Wir waschen unsere Weste rein. Schließlich haben wir ja alles getan. Opfer gebracht. Uns selbst zerstört. Andere vielleicht auch. {Herzensdinge aufegegeben, vernachlässigt: Hätte ich doch nur mehr Zeit mit meiner Frau / meinem Mann / meinen Kindern / meinen Eltern / meinen Freunden verbracht...das sind Sätze, die an Enden von Ehen, Karrieren, Leben außerhalb von Gefängnissen und auch Leben im Allgemeinen stehen. Hm, Puzzler!}
Dafür haben wir ja wohl auch eine Belohnung verdient. Das wird ja wohl nicht zuviel verlangt sein. Pah! Als stehe das Leben unter irgendeiner Art von Zugzwang oder Verpflichtung uns gegenüber allein ob unserer Existenz.
Natürlich gibt es viele Situationen im Leben, in denen es gilt zu Handeln. Ganz konkrete. Auch emotionale. Sich zu kümmern. Da zu sein. Zu Stützen. Zu kreieren. Zu maintainen. Zu pflegen. Zu stürzen. Neu zu erfinden. Nein zu sagen. Ja zu sagen. Dies ist keine Streitschrift fürs Nicht-Handeln. Im Gegenteil. Es ist eine Liebesschrift für das bewusste Handeln. Das ehrliche.
Freiheit ist – und das ist nur eine Definition – die Abwesenheit von Zwang. Ich sage: Freiheit ist ein Zustand. Nicht nur, aber vor allem. Ein Gefühl. Im Innen. Nicht im Außen.
Sicherheit ist eine Illusion. Es gibt sie nicht. Egal was man tut. Egal. Sicher wird man nie sein und auch nie werden. Was es zu bekämpfen gilt ist nur teilweise das, was uns von außen bedroht. Der wahre „Feind“ lauert ganz woanders. Ihr-wisst-schon-wo.
Freunde der Liebe. Macht es euch klar: Ihr seid nicht, was ihr tut. Liebe findet man nur auf der Straße. Nichts was ihr tut, wird da draußen viel verändern. Nur da drinnen. Das ist Euer Garten. Das Innen. Zeigt ihn den Menschen, die Ihr liebt und die Euch lieben. Bei all dem Machen, vergesst die Liebe nicht. Sie ist das Einzige, was endlich hilft. Macht euch in Eurem Aktionismus nicht kaputt.
Am Ende, wenn die Bedrohung vergangen ist, wenn eine neue Phase anbricht und die Angst wieder still in der Ecke sitzt, wie es sich gehört, werdet Ihr zurückdenken an die Zeit, die hinter Euch liegt und wissen: Es war halt erst vorbei, als es vorbei war.
Das wusstet ihr auch schon als es losging. Ihr hattet es nur vergessen.
Wir stellen uns vor: SNAFU – also alles, wie immer. Dinge laufen nicht rund. Gar nicht. Sie sind quasi so eckig, wie etwas nur eckig sein kann. Schwer und unbeugsam. Auf extrem beängstigende Weise. Ob existenziell im ganz realen Sinne oder existenziell im emotionalen – wieviel Unterschied macht das dem Herzen? Meine Theorie: Letztlich gar keinen.
Vieles in der Welt ist dazu in der Lage unsere Existenz zu bedrohen. Das Geld. Die Liebe. Die Angst. Das Gefangensein. Die Hoffnungslosigkeit. All das mag in verschiedenen Gewändern daher kommen. Eines haben all diese Bedrohungen aber gemein. Sie sind interessanterweise nur damit (aber eben vermeintlich „nur“ damit) zu überkommen, sie zu handlungsantreibenden Motiven umzumünzen. Der Sinnstifter, wie es ein Freund kürzlich nannte, macht sich feucht fröhlich ans Werk. Er säuselt dir so lieblich ins Ohr, schreit dich an wie ein Drill-Sergeant oder nutzt eben die Sprache die du verstehst, um dir eins zu sagen: MACH WAS!
Hm. Machen. Etwas. Etwas Machen. Wir lernen jemanden kennen und fragen….na, was? Was machst du? Ich bin, was ich mache. Das ist ein Moment, in dem ich gerne in ein richtig lautes Horn pusten würde, um zu signalisieren: FAAAAAAALSCH! Du bist, was du bist. Und du machst, was du machst. Der Unterschied ist weder fein noch klein.
Es ist ein Unding der protestantisch geprägten Welt, zu meinen, man komme den Bedrohungen bei, indem man etwas tut. Das einzige, dem man damit beikommen kann, ist der inneren Panik. Der ganze Aktionismus. All das: Ich muss das jetzt durchziehen. Ich muss mich nur ganz dem Machen widmen, alles tun, was ich kann, dann MUSS es klappen. Es stimmt nicht. Leider. Das einzige was wirklich passiert, ist, dass wir unserem eigenen Ablenkungsmanöver auf den Leim gehen. Wir füllen uns die Zeit, die nunmal vergehen muss, bis die Dinge sich wieder beruhigen, legen, setzen, entschärfen, bewegen, finden. Alles fällt an seinen Platz. Immer. Unweigerlich. Und meistens, fast ganz ohne unser Zutun. Das aber, ist natürlich viel zu bedrohlich. Denn es bedeutet, dass wir keine Kontrolle über unser Leben haben. So, wie wir keine Kontrolle über das Wetter haben. Das hat uns aber auch noch nie davon abgehalten, es persönlich zu nehmen.
Was tun wir also, wenn wir in Bedrängnis geraten? Nicht das, was viele Tiere schön längst für sich entdeckt haben: Totstellen. Verharren.
Als Prämisse (die vielleicht kalt und grausam ist, das macht sie aber nicht weniger wahr) muss ich setzen, dass das Leben immer recht hat. Egal was wir tun. Oder eben nicht tun. Ich wiederhole es gerne noch einmal: Das Leben hat immer recht. Fair? Uninteressant. Womit hab ich das verdient? Falsche Frage. Es ist, was es ist (Oder präziser: Es wird, was es wird). Wir wollen das aber nicht wissen. Den Gedanken, dass wir etwas tun können, um aufzuhören Menschen zu sein (denn das steht ganz am Ende, des Herunterbrechens jeder Situation auf ihren Urgrund), stelle ich mir wie ein zufrieden schmatzendes Baby vor. Ich habe dieses Bild schon oft bemüht. Ich weiß. Es ist für mich sehr aussagekräftig. Dieses Baby schmatzt nämlich nicht, weil es endlich satt ist und sich wieder normal fühlt nach einer Welt des Hungers. Das Baby, das ich mir vorstelle, schmatzt schon fast obszön. Weil es nicht geschrien hat aus Angst oder Hunger, sondern, weil es gelernt hat, was es tun muss um zu bekommen was es will. Just for the sake of it. Es hat etwas Ekliges an sich. Dieses Schmatzen.
Wenn wir also in Aktionismus verfallen, uns endlich wohl fühlen, weil wir etwas getan haben, um unsere Situation zu ändern, schmatzen wir. Wir waschen unsere Weste rein. Schließlich haben wir ja alles getan. Opfer gebracht. Uns selbst zerstört. Andere vielleicht auch. {Herzensdinge aufegegeben, vernachlässigt: Hätte ich doch nur mehr Zeit mit meiner Frau / meinem Mann / meinen Kindern / meinen Eltern / meinen Freunden verbracht...das sind Sätze, die an Enden von Ehen, Karrieren, Leben außerhalb von Gefängnissen und auch Leben im Allgemeinen stehen. Hm, Puzzler!}
Dafür haben wir ja wohl auch eine Belohnung verdient. Das wird ja wohl nicht zuviel verlangt sein. Pah! Als stehe das Leben unter irgendeiner Art von Zugzwang oder Verpflichtung uns gegenüber allein ob unserer Existenz.
Natürlich gibt es viele Situationen im Leben, in denen es gilt zu Handeln. Ganz konkrete. Auch emotionale. Sich zu kümmern. Da zu sein. Zu Stützen. Zu kreieren. Zu maintainen. Zu pflegen. Zu stürzen. Neu zu erfinden. Nein zu sagen. Ja zu sagen. Dies ist keine Streitschrift fürs Nicht-Handeln. Im Gegenteil. Es ist eine Liebesschrift für das bewusste Handeln. Das ehrliche.
Freiheit ist – und das ist nur eine Definition – die Abwesenheit von Zwang. Ich sage: Freiheit ist ein Zustand. Nicht nur, aber vor allem. Ein Gefühl. Im Innen. Nicht im Außen.
Sicherheit ist eine Illusion. Es gibt sie nicht. Egal was man tut. Egal. Sicher wird man nie sein und auch nie werden. Was es zu bekämpfen gilt ist nur teilweise das, was uns von außen bedroht. Der wahre „Feind“ lauert ganz woanders. Ihr-wisst-schon-wo.
Freunde der Liebe. Macht es euch klar: Ihr seid nicht, was ihr tut. Liebe findet man nur auf der Straße. Nichts was ihr tut, wird da draußen viel verändern. Nur da drinnen. Das ist Euer Garten. Das Innen. Zeigt ihn den Menschen, die Ihr liebt und die Euch lieben. Bei all dem Machen, vergesst die Liebe nicht. Sie ist das Einzige, was endlich hilft. Macht euch in Eurem Aktionismus nicht kaputt.
Am Ende, wenn die Bedrohung vergangen ist, wenn eine neue Phase anbricht und die Angst wieder still in der Ecke sitzt, wie es sich gehört, werdet Ihr zurückdenken an die Zeit, die hinter Euch liegt und wissen: Es war halt erst vorbei, als es vorbei war.
Das wusstet ihr auch schon als es losging. Ihr hattet es nur vergessen.
... link (0 Kommentare) ... comment
Montag, 5. März 2012
Eins ist klar - ich konnte nichts dafür.
olaweintraub, 23:49h
Szene im Krankenhaus: Ein Patient wurde vergessen. Über Stunden. Zwar war das nichts Bedrohliches oder allzu Schlimmes, aber freundlich war es auch nicht. Woran lag's? Die eine Abteilung hat der anderen nicht Bescheid gesagt. Der Oberarzt, der dann kam, um das Missgeschick zu beichten (na ja, nicht im katholischen Sinne) wiederholte ständig diesen Satz: Also, ich konnte zwar nichts dafür und es war nicht meine Schuld, aber _______ (insert your favourite sentence here).
Wen interessiert Schuld eigentlich wirklich? Ist Schuld nicht komplett obsolet? In einer Weltsicht, die gen Entwicklung schaut ist doch Schuld wirklich das langweiligste Thema, das man sich aussuchen kann. Vergebung - das ist doch schon eher etwas.
Etwas, worum es sich sogar zu bitten lohnt. Etwas, mit dem man nicht zu geizig, aber auch nicht zu freigiebig umgehen sollte. Etwas, das man üben darf. Denn Groll hat so eine fiese Angewohnheit sich festzusetzen. Dann zu wachsen. Sich dabei zu verformen. Eh man sich's versieht, hat man es plötzlich mit einem Gewächs zu tun. Im schlimmsten Fall in bitter. Fauchend. Spuckend. A horse of a completely different colour.
Freunde der Liebe, als gute, treue und tiefgläubige Hedonistin sage ich: brecht Euch ruhig mal den Zacken aus der imaginären Krone. Bittet um Vergebung. Vergebt. Seid vergeblich, 'cause that's the only way to be.
Wen interessiert Schuld eigentlich wirklich? Ist Schuld nicht komplett obsolet? In einer Weltsicht, die gen Entwicklung schaut ist doch Schuld wirklich das langweiligste Thema, das man sich aussuchen kann. Vergebung - das ist doch schon eher etwas.
Etwas, worum es sich sogar zu bitten lohnt. Etwas, mit dem man nicht zu geizig, aber auch nicht zu freigiebig umgehen sollte. Etwas, das man üben darf. Denn Groll hat so eine fiese Angewohnheit sich festzusetzen. Dann zu wachsen. Sich dabei zu verformen. Eh man sich's versieht, hat man es plötzlich mit einem Gewächs zu tun. Im schlimmsten Fall in bitter. Fauchend. Spuckend. A horse of a completely different colour.
Freunde der Liebe, als gute, treue und tiefgläubige Hedonistin sage ich: brecht Euch ruhig mal den Zacken aus der imaginären Krone. Bittet um Vergebung. Vergebt. Seid vergeblich, 'cause that's the only way to be.
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories